Tao Te Ching

Kapitel 68

Die großen Generäle sind nicht kriegerisch
Die großen Krieger werden nicht wütend
Jene, die gut darin sind, Gegner zu besiegen, suchen sich keine
Jene, die gut darin sind, Menschen zu lenken, erniedrigen sich selbst
Es wird Tugend des nicht-Streits genannt
Es wird Macht Menschen zu lenken genannt
Es wird mit dem Himmel in Harmonie stehen genannt
Das endgültige Prinzip der Alten

Interpretation

Jene, die sich in der Kunst des Kommandierens hervortun, beginnen nicht leichtfertig einen Krieg. Die wirklich großen Generäe und Strategen zeigen keine Aggression oder stellen ihre militärische Macht zur Schau.

Jene, die sich im Kampf hervortun, verlieren sich nicht in Wut. Indem sie ruhig und gesammelt sind, erhöhen sie die Effektivität ihrer Handlungen.

Jene, die wirklich gut darin sind, zu gewinnen, haben es nicht nötig ihre Gegner in einem physischen Kampf anzugreifen. Sie können mit einem Minimum an oder gar keinem Kampf siegen.

Jene, die wirklich gut darin sind zu lenken, sind demütig. Da sie nicht arrogant sind und annehmen, daß sie fähiger sind als alle anderen, können sie Verantwortung delegieren und anderen ermöglichen ihre jeweiligen Talente voll auszunutzen.

Alles Obenstehende sind Beispiele für die Tugend, die wir nicht-Streit nennen. Es ist eine Tugend, die nicht nur auf militärische Führung, sondern auch auf unsere sozialen Interaktionen zutrifft. Es ist ein wirkungsvoller Weg unsere persönlichen Beziehungen mit anderen Menschen zu handhaben.

Wir folgen dieser Tugend, weil sie in Harmonie zu den himmlischen Gesetzen der Natur steht. Die Natur ist nicht-Streitend. In einem Gewitter gibt es enorme Kräfte - aber keinen Hass, keine Wut oder Arroganz. Als die alten Weisen dies bemerkten, machten sie nicht-Streit zu ihrem endgültigen Prinzip.