Über das Wandern

von Bill Bunting
übersetzt von Jens-Wolfhard Schicke

Wie soll ich das Tao am besten interpretieren? Wie werde ich die Lehren des Tao erklären? Wie werde ich das Tao beschreiben? Wie kann ich einer anderen Person mitteilen, wo das Tao ist? Die Antwort, fast offensichtlich, ist, daß ich es nicht kann. Im allerbesten Fall, ist alles, was irgendjemand tun kann, zu versuchen Licht auf den Pfad zu werfen, und zu wandern. Wenn sich uns jemand anschließt während wir wandern, und eine Weile mit uns wandert, haben wir Gesellschaft, wenn nicht, wandern wir alleine, aber wir wandern noch immer. Auf diesem Pfad gibt es keine Busse, keine Autos, nicht mal ein Fahrrad, es ist ganz klar ein Fußpfad. Es gibt viele, viele Seelen, die ihren Weg verloren haben, und nun am Wegesrand sitzen, und manchmal bin eine der Seelen ich. Dann eines Tages, nach einer Pause, ein wenig Meditation, einem freundlichen Wort, einer kleinen Nettigkeit, stehe ich wieder auf und wandere.

Worum geht es? Warum dieses ganze Wandern? Einfach weil das Tao nur in der Reise gefunden werden kann, die das Wandern ist. Tao, wahres, echtes, permanentes, namenloses Tao kann in keinem Buch gefunden werden, noch in irgendeiner Schule.

Die alten Meister wussten dies, und Lao Tzu warnte uns ebenfalls. Wenn wir uns selbst in Akademika oder Esoterika begraben, verlieren wir das Tao. In dem wir uns selbst der Auseinandersetzung mit Interpretationen übergeben, verlieren wir die Bedeutung. Es ist sehr einfach in der Falle der Überanalyse und sinnlosen Zankerei verloren zu gehen, während das einzige, was wirklich zählt die Wanderung ist. Sogar der Pfad wird unwichtig, wenn ihn niemand finden kann.